+ Jüdische Bevölkerung

Die Folgen der Revolution von 1848 brachten mehr und mehr bürgerliche Rechte, Niederlassungsfreiheit und freie Berufswahl. Das Staatsgrundgesetz von 1867 machte die Juden endlich zu gleichberechtigten Bürgern. Sie brachen auf – sie kamen zurück – aus Böhmen, Mähren und Oberungarn, später auch aus Galizien und der Bukowina.

Schon kurze Zeit danach gab es ein lebhaftes jüdisches Leben in Korneuburg und Stockerau. Sie siedelten aber auch in Langenzersdorf, Bisamberg, Stetten, Großrußbach, Harmannsdorf, Obergänserndorf, Großmugl, Stetteldorf, Eggendorf, Hausleiten und vielen anderen Orten.

Im Gerichtsbezirk Korneuburg lebten im Jahre 1900 an die 233, im Jahre 1934 aber nur mehr 92 Juden. Im Gerichtsbezirk Stockerau lebten zu denselben Zeiten 282 bzw. 116 jüdische Bürger.

Sie waren Kaufleute und  handelten mit Haushaltswaren, Lebensmittel, Textilien und Modewaren, mit Holz und anderen Baumaterialien, Rohprodukten, Altwaren, Spirituosen, mit Maschinenteilen und Fahrrädern. Sie wurden Schneider, Wirtsleute, Techniker, Chemiker, Arbeiter, Angestellte und Beamte, Bahnbedienstete und Soldaten. Sie waren Unternehmensleiter, Ärzte, Rechtsanwälte und Juristen in den Gerichten. In Langenzersdorf arbeitete Sigmund Klein als Mühlenbetriebsleiter.

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