+ Langenzersdorf

Hier wohnten, nach Stockerau und Korneuburg die meisten Juden (1934 waren es 25). Ihre Spuren sind schwerer verfolgbar, da sie in der Öffentlichkeit weniger in Erscheinung traten. Viele waren auch nach Wien orientiert und lebten nur vorübergehend im Ort.

Alexander DEUTSCH erzählte mir, dass sein Vater in den dreißiger Jahren, jeden Tag mit dem Zug nach Wien in die Schneiderei des Großvaters fuhr.
Josef WEIL und seine „arische“ Frau betrieben ein Nähzubehörgeschäft in der Korneuburgerstrasse 8, sie überlebten mit Hilfe ihrer Nachbarn. Nach dem Krieg half er den Langenzersdorfern als Russisch Dolmetsch, denn die Sprache hatte er 1916 bis 1920 in russischer Kriegsgefangenschaft gelernt.
Seine Mutter Gisela, Weißnäherin im Pötzlhaus starb im Konzentrationslager Theresienstadt.
Ihre Tochter Johanna und deren Mann Bernhard STERNFELD wurden von den NS-Schergen in Italien ermordet.
Sigmund KLEIN war Mühlenbetriebsleiter in der Dampfmühle „An den Mühlen 40“. Adele, seine Ehefrau starb im Konzentrationslager Theresienstadt.

Die Namen dieser drei Frauen stehen auf dem Denkmal neben der Pfarrkirche, zusammen mit zivilen Opfern der Kriegszeit und – mit Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Im Tode sind alle gleich – wir waren alle Opfer – dürften die Initiatoren gedacht haben.

Powered by WordPress